Lernbüro

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Spaltprodukte deutscher Bildung sind „der Streber“ und „der Sitzenbleiber“. Warum können wir nicht endlich das Zerrissene zusammenbringen, wie es den zivilisierteren Völkern gelingt? Streben, ohne Streber zu sein. Übungen wiederholen, ohne ein Wiederholer zu werden. Denn auch das Wiederholen gehört zum Lernen wie die Freude, der Eigensinn und eben auch das Streben

Reinhard Kahl, Journalist, Gründer des Netzwerks “Archiv der Zukunft”

Die Lernbüros geben den SchülerInnen die Möglichkeit sich individuell, in Ruhe und ohne Leistungsdruck und Ängste Wissen anzueignen. Dabei steht das Erwerben von Basiskompetenzen, das Einüben und Festigen derselben in den einzelnen Fächern im Vordergrund. Diese Sachverhalte und Wissensbausteine können in den Projekten und Werkstätten aufgegriffen werden und dort zur konkreten Anwendung kommen.

Die Lernbüros umfassen die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch. Jedes Fach wird in einem eigenen Raum angeboten und von einem/r FachlehrerIn betreut. Die SchülerInnen ordnen sich selbstständig und nach eigenem Interesse täglich neu den Lernbüros zu.
Durch die fest im Stundenplan verankerten Lernbürozeiten erhalten die SchülerInnen Planungssicherheit.
Innerhalb des Lernbüroblocks ist einmal ein Wechsel möglich. Dafür steht ein Zeitkorridor von 20 Minuten zur Verfügung. In den Lernbüros wird überwiegend in Einzelarbeit und Stillarbeit individuell gearbeitet. Partner- und Gruppenarbeit ist an anderen Lernorten möglich.

Innerhalb vorgegebener Module (von den Fachlehrer_innen nach dem entsorechenden Lehrplan erstellt) gestalten die SchülerInnen in ihrem Lerntempo ihre Lernprozesse entsprechend ihren Leistungsmöglichkeiten. Entsprechend dem Curriculum sind bestimmte Themen vorgeschrieben, die pro Schuljahr bearbeitet werden und erfolgreich abgeschlossen werden sollen. Manchmal erfordert die Erarbeitung der Module eine bestimmte Reihenfolge, da der Lernstoff aufeinander aufbaut. Bauen die Module nicht aufeinander auf, haben die SchülerInnen die freie Wahl der Reihenfolge. Der Aufbau der Module ist für die Schülerinnen nachvollziehbar, damit sie ihre eigenen Lernprozesse steuern und verlässlich planen können. Innerhalb eines jeden Moduls gibt es Raum für  individuelle Ausgestaltung/Ergänzung (Potentialentfaltung der SchülerInnen). Die Gestaltung der Module macht für die SchülerInnen transparent, welche Lernziele und Kompetenzen erreicht werden können.

  • Die in den Modulen zur Verfügung gestellten Materialien sind selbsterklärend, immer in ausreichender Zahl vorhanden und mit Selbstkontrollmöglichkeiten versehen.
  • Die Materialien haben verschiedene Schwierigkeitsgrade, die gekennzeichnet sind.
  • Die SchülerInnen schätzen ihre Leistungsfähigkeit ein und wählen die entsprechenden Aufgaben aus, darin werden sie von ihren Lehrer_innen unterstützt. Die Aufgaben werden im eigenen Lerntempo bearbeitet. Die Lehrperson unterstützt auch darin, die Lernziele in einem bestimmten Zeitraum zu erreichen.

Zu einem Kompetenztest melden sich SchülerInnen an, wenn sie sich im Thema sicher fühlen. Nach erfolgreichem Bestehen stellt die Lehrperson ein Zertifikat aus. Es beinhaltet eine differenzierte Rückmeldung darüber, was gut gelungen ist und was noch wie verbessert werden könnte kann. Eine bestimmte festgelegte Anzahl von Modulen muss erfolgreich durch das Bestehen des Kompetenztestes abgeschlossen werden.

Eine Lehrperson führt im Lernbüro die Aufsicht und garantiert eine positive und konzentrierte Arbeitsatmosphäre. Sie sichert die fachliche Qualität und übernimmt die individuelle fachliche Beratung.

  • Sie korrigiert die schriftlichen Überprüfungen, ist für die Kompetenzrückmeldungen verantwortlich und maßgeblich für die Erteilung der Leistungsrückmeldung zuständig.
  • Die Lehrperson kann in Einzelgesprächen oder in Gruppen Hilfestellungen und Empfehlungen für die Weiterarbeit geben und helfen, die Lernwege zu strukturieren. Sie hat die Rolle einer Lernbegleitung und gibt regelmäßig Rückmeldungen im Lernbürogeschehen.
  • Die Lehrperson achtet auch darauf, dass die klar formulierten Lernbüroregeln eingehalten werden.
    Beispiel: Frage zuerst zwei MitschülerInnen (Expertensystem), bevor du eine Lehrperson ansprichst.

Im Logbuch dokumentieren alle SchülerInnen ihr inhaltliches und methodisches Arbeiten sowie ihr Zeitmanagement. Die Eintragungen im Logbuch ermöglichen einen Überblick über die geleistete und noch zu erledigen Arbeit. Das Logbuch sowie ihre persönlichen Arbeitsmaterialien führen die SchülerInnen immer mit sich. Alle anderen Materialien für die Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik stehen in den entsprechenden Lernbüros zur Verfügung. Dazu gehört auch das übersichtlich angeordnete und gut beschriftete Material zu den einzelnen Modulen. Alle Materialien haben im Lernbüro ihren festgelegten Platz und werden nach der Arbeit zurückgestellt.